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Wenn das Kind nicht einschlafen will

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„Es will einfach nicht schlafen“ ist selten die ganze Wahrheit. Meistens kann es gerade nicht — und die Gründe dafür sind erstaunlich oft banal und veränderbar.

Zu früh im Bett ist genauso schwierig wie zu spät

Der Schlafdruck muss reichen. Liegt ein Kind eine Stunde vor seinem natürlichen Zeitpunkt im Bett, hat es nichts zu tun als zu grübeln, zu rufen und aufzustehen. Umgekehrt kippen übermüdete Kinder in einen zweiten Wind und wirken dann aufgedreht statt müde. Beides sieht nach Trotz aus und ist doch das Gegenteil. Ein Schlafprotokoll über eine Woche zeigt schnell, wo der eigene Zeitpunkt liegt.

Der Nachmittag entscheidet über den Abend

Ein Kind, das sich tagsüber nicht ausreichend bewegt hat, ist abends körperlich nicht müde. Ein Kind, das nachmittags noch lange geschlafen hat, ebenso wenig. Und ein Kind, das kurz vor dem Bett getobt hat, braucht Zeit zum Herunterfahren. Der Abend lässt sich oft nicht abends reparieren.

Angst wird selten benannt

Zwischen drei und sechs Jahren entwickelt sich die Fantasie schneller als die Fähigkeit, sie einzuordnen. Dunkelheit, Alleinsein, Geräusche — vieles bekommt plötzlich Bedeutung. Kinder sagen das selten direkt; sie werden stattdessen quengelig, brauchen Wasser oder wollen die Tür offen. Nachtlicht, offene Tür und ein klarer Satz — ich bin nebenan und höre dich — kosten nichts und helfen mehr als jedes Argument gegen das Monster.

Was tagsüber offen blieb, kommt abends wieder

Der Streit im Kindergarten, der bevorstehende Arztbesuch, der Umzug. Sobald es still wird, ist Platz dafür. Fünf Minuten, in denen ihr fragt, was heute schön und was doof war, nehmen dem Abend oft die Unruhe. Manchmal reicht es, dass jemand zugehört hat.

Wann eine Geschichte hilft — und wann nicht

Eine ruhige Geschichte gibt den Gedanken eine Richtung; das hilft besonders Kindern, die im Bett anfangen zu grübeln. Sie hilft nicht, wenn sie zu aufregend ist, wenn sie zum Verhandlungsgegenstand wird oder wenn das Kind eigentlich noch gar nicht müde ist. Und sie ersetzt keine Nähe: Für viele Kinder ist entscheidend, dass jemand da ist, nicht was erzählt wird.

Verändert eine Sache und gebt ihr zwei Wochen. Meist ist es die Uhrzeit, nicht die Methode. Wenn sich über Wochen nichts bessert, gehört das in kinderärztliche Hände — nicht in noch ein Ratgeberkapitel.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn euer Kind über Wochen schlecht schläft, sehr früh erwacht oder tagsüber auffällig erschöpft ist, sprecht bitte mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.

Eine Geschichte, in der euer Kind die Hauptrolle spielt

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