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Das Mädchen mit den Schwefelhölzern – Märchen

10 Minuten Vorlesezeit

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern — ein altes Märchen von Hans Christian Andersen, liebevoll und sanft nacherzählt von Die Elfe aus dem Silbenwald. Kleine Clara wandert durch den verschneiten Silbenwald und entzündet Schwefelholz für Schwefelholz — und jedes kleine Flämmchen schenkt ihr ein Wunder.

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Es war ein Abend im tiefsten Winter, als der Silbenwald leise unter einer Decke aus Schnee schlummerte. Die Glühwürmchen hatten sich in den Ritzen der Baumrinde verkrochen, und die warmen Laternen an den alten Eichen leuchteten ganz sachte durch den sanften Nebel. In diesem Wald lebte ein kleines Mädchen, das alle nur Clara nannten. Clara war mutig und neugierig, und sie trug immer ein ganzes Bündel Schwefelhölzer bei sich, um anderen Menschen Licht und Wärme zu bringen.

An diesem besonderen Abend zog Clara durch den Silbenwald, das Bündel Schwefelhölzer fest unter dem Arm. Sie hatte noch kein einziges Hölzchen verkauft, und ihre kleinen Finger waren so kalt wie Schneeblumen. Doch Clara war nicht traurig — sie schaute hinauf zu den leuchtenden Laternen an den Bäumen und summte leise vor sich hin. Die Glühwürmchen, die ihren Gesang hörten, lugten neugierig aus ihren Verstecken und blinzelten ihr freundlich zu, als wollten sie sagen: Wir sind bei dir, Clara.

Clara fand einen alten knorrigen Baum mit einer großen, runden Mulde in seiner Seite — genau wie ein kleiner Sessel aus Holz. Sie setzte sich hinein, zog den großen roten Mantel fest um sich und überlegte. Die Schwefelhölzer in ihrem Bündel glänzten golden im Laternenschein. Clara dachte: Vielleicht zünde ich einfach ein einziges Hölzchen an, nur um meine Finger ein bisschen zu wärmen. Die Glühwürmchen tanzten aufgeregt um sie herum, als freuten sie sich schon auf das kleine Licht, das gleich entstehen würde.

Clara strich das erste Schwefelholz an der rauen Baumrinde an. Piff! Ein kleines Flämmchen sprang auf, warm und golden wie eine Miniatur-Sonne. Und in diesem Licht — oh Wunder! — sah Clara plötzlich einen prächtigen Kachelofen mitten zwischen den Bäumen. Seine Kacheln schimmerten blau und weiß, und er strahlte eine Wärme aus, die sich anfühlte wie eine Umarmung von innen. Clara streckte die kleinen Hände aus und spürte, wie die Kälte ganz langsam davonschlich. Dann erlosch das Hölzchen — und der Ofen verschwand wie ein Traum im Nebel.

Clara lächelte und strich das zweite Schwefelholz an. Piff! Wieder das warme Flämmchen — und diesmal sah Clara mitten im Silbenwald einen wunderschönen Tisch. Darauf standen Teller voll dampfender Speisen, duftende Brote und eine große Schüssel mit Apfelmus. Und in der Mitte: eine knusprige Gans, die ihre Flügel ausbreitete, als wollte sie zu Clara hinflattern und sagen: Iss, kleines Mädchen, du hast Hunger! Clara kicherte leise. Das Hölzchen erlosch, und der Tisch verschwand — aber das Lächeln auf Claras Gesicht blieb.

Das dritte Schwefelholz — piff! — ließ Clara etwas ganz Besonderes sehen. Die Bäume des Silbenwalds schimmerten auf einmal wie riesige Kerzen, und zwischen ihren Ästen hingen bunte Lichter wie Sterne zum Anfassen. Es war ein wunderbarer Lichterbaum mitten im Wald, größer als alle Bäume ringsum, und er leuchtete in allen Farben des Regenbogens. Clara schaute mit großen Augen hinauf und dachte: So schön kann die Welt sein! Als das Hölzchen erlosch, schwebten die Lichter als Glühwürmchen weiter durch den Wald und ließen Claras Herz warm und weit werden.

Dann erlosch das dritte Hölzchen — und in der Stille danach hörte Clara einen vertrauten Klang. Eine warme, liebevolle Stimme flüsterte durch den Silbenwald: Clara. Das Mädchen schaute auf und sah — mitten im Leuchten der Laternen und der tanzenden Glühwürmchen — ihre Großmutter. Die Großmutter trug ein weiches Tuch um die Schultern und lächelte so herzlich, dass der ganze Nebel ringsum golden schimmerte. Sie breitete die Arme aus, und Clara spürte, wie ihr Herz vor Freude einen kleinen Hüpfer machte.

Clara griff schnell nach dem ganzen Bündel Schwefelhölzer — sie wollte, dass dieses Bild nie wieder verschwand. Eins nach dem anderen strich Clara die Hölzchen an, und jedes kleine Flämmchen ließ die Großmutter klarer und strahlender erscheinen. Die Großmutter sagte mit ihrer sanften Stimme: Komm, mein liebes Kind, ich nehme dich mit in den allergemütlichsten Winkel des Silbenwalds, wo es immer warm ist und wo Licht und Lachen nie ausgehen. Clara hielt die Hände der Großmutter, und zusammen schwebten sie höher und höher zwischen den leuchtenden Bäumen.

Als die Morgendämmerung den Silbenwald in zartes Rosengold tauchte, fanden die Waldbewohner Clara — sie schlief tief und friedlich in der Baumhöhle, das leere Bündelchen neben sich, ein stilles Lächeln auf den Wangen. Die Glühwürmchen bildeten einen leuchtenden Kreis um sie herum, und die warmen Laternen brannten besonders hell, als wollte der ganze Wald Wacht halten. Die Waldbewohner flüsterten einander zu: Schaut nur, wie glücklich Clara schläft! Sie muss etwas ganz Wunderbares geträumt haben.

Und weißt du, was die Elfe des Silbenwalds glaubt? Clara ist bei ihrer Großmutter, in dem allerwärmsten, hellsten Ort, den der Silbenwald kennt — einem Ort, wo Licht nie erlischt und Liebe nie endet. Jedes Mal, wenn du ein kleines Licht siehst — eine Kerze, ein Glühwürmchen, einen Stern — dann ist das ein kleines Hallo von Clara. Sie möchte, dass auch du weißt: Du bist geliebt, du bist geborgen, und du brauchst keine Kälte zu fürchten. Schlaf nun gut, kleines Kind. Der Silbenwald leuchtet für dich.

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