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Fippa schläft im Wipfelnest ein – Silbenwald Einschlafgeschichte für Kinder

10 Minuten Vorlesezeit

Fippa das Eichhörnchen hat den ganzen Tag im Silbenwald gespielt — und jetzt, als die warmen Laternen an den alten Eichen zu leuchten beginnen und die Glühwürmchen aus dem Moos kriechen, ist es Zeit für das Wipfelnest.

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Hoch oben im Silbenwald, wo die ältesten Eichen ihre Äste wie Arme ausbreiten, lebte Fippa das Eichhörnchen. Fippa hatte den ganzen Tag getobt — sie war von Ast zu Ast gesprungen, hatte Nüsse gesammelt und mit Piek dem Igel Verstecken gespielt. Jetzt, als die großen warmen Laternen an den Baumstämmen zu leuchten begannen und die ersten Glühwürmchen aus dem Moos krochen, fühlte Fippa, wie ihre kleinen Pfötchen schwerer wurden. Ihre Augen blinzelten. Es wurde Zeit, das Wipfelnest aufzusuchen — ihr allerliebstes Plätzchen auf der ganzen Welt.

Fippa kletterte den großen Eichenbaum hinauf — Schritt für Schritt, Ast für Ast. Ihre kleinen Pfoten griffen sicher die Rinde, und der Silbenwald duftete nach feuchtem Moos und süßem Holz. Unten im Gebüsch raschelte es. Balduin der Dachs schaute mit seinen freundlichen kleinen Augen nach oben und winkte Fippa zu. 'Gute Nacht, Fippa!', rief Balduin mit tiefer, brummiger Stimme. 'Schlaf schön da oben!' Fippa winkte zurück, lächelte und kletterte weiter. Höher und höher. Das Wipfelnest wartete schon auf sie.

Auf einem Ast auf halber Höhe saß Piek der Igel, zusammengerollt wie ein kleiner stacheliger Ball. Piek hatte es sich auf einem weichen Moospolster bequem gemacht. 'Fippa, ich bin schon fast eingeschlafen', piekte Piek leise. 'Der Wald ist heute so wunderbar still.' Fippa setzte sich einen Moment neben Piek und lauschte. Tatsächlich — der Silbenwald war ganz ruhig. Nur das sanfte Summen der Glühwürmchen und das leise Knistern der Laternen war zu hören. Fippa streichelte Piek vorsichtig mit einer Pfote — natürlich nicht an den Stacheln — und flüsterte: 'Träum schön, Piek.'

Fippa kletterte weiter, immer höher in die Krone des großen Eichenbaums. Die Äste wurden dünner und wiegten sich sanft im Abendwind. Von hier oben konnte Fippa den ganzen Silbenwald sehen — die kleinen Lichter der Laternen, die zwischen den Bäumen leuchteten wie tausend winzige Sterne. Und überall, überall tanzten die Glühwürmchen. Sie zogen ihre Lichtspuren durch den zarten Nebel, mal hierhin, mal dorthin, als würden sie miteinander spielen. Fippa hielt inne und schaute lange, lange hin. Ihr Herz wurde ganz warm und ganz weit dabei.

Dann war Fippa endlich oben angekommen. Das Wipfelnest war rund und weich und genau richtig groß für ein Eichhörnchen. Fippa hatte es selbst gebaut — aus trockenen Grashalmen, aus Moos, aus ein paar Federn, die die Eule ihr geschenkt hatte, und aus einem Stückchen weicher Birkenrinde. Fippa stieg hinein und drehte sich einmal im Kreis, so wie Eichhörnchen das eben machen. Dann ließ sie sich fallen. Das Nest federte ganz sanft. Es war warm. Es roch nach Wald und nach Zuhause. Fippa seufzte tief und glücklich.

Hoch über dem Wipfelnest saß die Eule auf einem alten Ast und schaute mit ihren großen runden Augen auf Fippa herab. Die Eule war die Wächterin der Nacht im Silbenwald. Jede Nacht passte sie auf, dass alle Waldbewohner sicher schlafen konnten. 'Fippa', sagte die Eule mit ihrer sanften, tiefen Stimme, 'ich halte heute Nacht Wache. Du brauchst keine Angst zu haben. Schlaf ruhig ein.' Fippa blinzelte die Eule an und nickte ganz langsam. So langsam, dass man schon merkte, wie müde Fippa wirklich war.

Weiter unten, am Fuß des großen Eichenbaums, schlich der Fuchs durch den Silbenwald. Der Fuchs hatte ein weiches, rotes Fell und eine buschige Rute, an deren Spitze ein kleines weißes Büschel leuchtete. Er schlich ganz leise, damit er niemanden aufweckte. Als der Fuchs am Baum vorbeikam, schaute er kurz nach oben. Er konnte das Wipfelnest in der Dunkelheit kaum sehen — aber er lächelte trotzdem. Denn der Fuchs wusste: Wenn Fippa im Wipfelnest lag, war im Silbenwald alles so, wie es sein sollte.

Fippa lag in ihrem warmen Wipfelnest und spürte, wie der Silbenwald sich um sie legte wie eine große, sanfte Decke. Der Abendwind streichelte die Blätter. Die Äste wiegten sich ganz sacht hin und her — vor und zurück, vor und zurück. Fippa schloss ihre Augen ein kleines bisschen. Dann ein bisschen mehr. Die Glühwürmchen draußen leuchteten auf und ab, auf und ab. Ihr Licht war so ruhig, so gleichmäßig. Fippa atmete tief ein — und tief aus. Ein und aus. Ganz langsam. Ganz ruhig.

Ganz unten im Silbenwald brummte Balduin der Dachs ein kleines Schlaflied vor sich hin — so leise, so leise, dass man es kaum hören konnte. Und Piek der Igel schlief schon längst, sein Atem ging gleichmäßig und ruhig. Die Eule saß still auf ihrem Ast. Der Fuchs war im Nebel verschwunden. Der ganze Silbenwald schlief. Und Fippa, hoch oben in ihrem Wipfelnest, spürte nichts mehr als die Wärme des Nestes, das sanfte Wiegen des Baumes und das allerleiseste Flimmern der Glühwürmchen vor ihren geschlossenen Lidern.

Fippa schlief ein. Ganz sanft. Ganz tief. Das Wipfelnest hielt sie warm und sicher, hoch oben über dem Silbenwald. Und vielleicht — wenn du jetzt auch deine Augen zumachst — dann siehst du die Glühwürmchen. Ganz leise leuchten sie für dich. Die warmen Laternen brennen. Der Wald ist still. Alles ist gut. Schlaf nun auch du, so wie Fippa schläft. Warm. Sicher. Geborgen. Gute Nacht.

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