Piek der Igel und das warme Blätterhaus – Silbenwald Einschlafgeschichte
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Piek der Igel muss sich bald ein warmes Winterhaus bauen, doch wo findet er die schönsten Blätter im ganzen Silbenwald? Mit der Hilfe seiner Freunde Fippa das Eichhörnchen und Balduin der Dachs macht sich der kleine Igel auf den Weg durch den magischen Silbenwald, vorbei an leuchtenden Glühwürmchen und warmen Laternen, …

Im Silbenwald, wo die Glühwürmchen abends ihre kleinen Lichter entzünden und warme Laternen sanft an den alten Eichen baumeln, lebte ein kleiner Igel namens Piek. Piek hatte ein rundes, weiches Bäuchlein und ganz viele braune Stacheln auf dem Rücken. Er trug immer sein dunkelgrünes Eichelkappe-Hütchen und einen orangefarbenen Wollschal, den er sich besonders liebte. Jeden Abend schnupperte Piek mit seiner kleinen rosa Nase in die Luft und sagte: 'Heute riecht es nach etwas Wichtigem.' Und heute Abend roch es tatsächlich nach etwas ganz Besonderem: nach dem ersten Hauch von Winter.

Piek lief durch den Silbenwald, seine kleinen Pfoten tippelten über das feuchte Moos. Überall um ihn herum leuchteten die Glühwürmchen golden, und der sanfte Nebel legte sich wie eine Decke zwischen die Bäume. Piek wusste: Wenn es so kalt wurde, musste er bald schlafen. Ganz lange schlafen, den ganzen Winter. Aber dafür brauchte er ein Haus. Ein weiches, warmes, kuschel-gemütliches Haus aus Blättern. 'Wo finde ich nur die schönsten Blätter im ganzen Silbenwald?', dachte Piek und zog seinen orangefarbenen Schal ein bisschen enger. Die Laternen an den Bäumen wackelten leise im Wind, als wollten sie ihm den Weg zeigen.

Auf einer dicken Wurzel saß Fippa das Eichhörnchen. Fippas buschiger Schwanz wippte hin und her, und Fippa hielt eine große rote Eichel in den Pfoten. 'Piek! Piek!', rief Fippa fröhlich. 'Wohin läufst du denn so eilig?' Piek blieb stehen und erklärte: 'Ich suche die allerschönsten Blätter für mein Winterhaus, Fippa. Es wird bald sehr kalt.' Fippa dachte kurz nach, dann hüpfte Fippa aufgeregt auf der Wurzel. 'Oh, ich weiß wo! Beim großen Buchenbaum am Silbensee liegen die dicksten, trockensten Blätter. Die rascheIn so schön, Piek!' Piek bedankte sich herzlich und trabte weiter, während Fippa ihm nachwinkte.

Der Weg zum Silbensee führte Piek an einem kleinen Erdhügel vorbei. Dort scharrte Balduin der Dachs mit seinen kräftigen Pfoten im Boden und summte leise vor sich hin. Balduin war grau-weiß gestreift und hatte freundliche dunkle Augen. 'Guten Abend, junger Piek', brummte Balduin gemütlich. 'Suchst du auch dein Winterlager?' Piek nickte eifrig. Balduin lachte warm: 'Weißt du was? Ich helfe dir. Ich grabe dir eine kleine Mulde in die Erde, damit dein Blätterhaus auch unten weich ist.' Piek strahlte vor Freude. Mit Balduins kräftigen Dachspfoten und Pieks fleißigen Igelöpfchen würden sie zusammen das schönste Blätterhaus im ganzen Silbenwald bauen.

Am Silbensee raschelten die Blätter wie kleine Küsse im Wind. Es gab rote und goldene und braune Blätter, so viele, dass Piek ganz staunte. Der Nebel spiegelte sich weich auf dem stillen Wasser, und die Glühwürmchen tanzten über der Oberfläche wie kleine Sterne. 'So viele!', flüsterte Piek ehrfürchtig. Piek begann, die schönsten und dicksten Blätter zu sammeln. Piek schob sie mit der Nase zusammen, rollte sich manchmal kurz hinein und prüfte, ob sie schön weich waren. Ja, diese Blätter rochen nach Erde und Wald und nach dem ganzen langen Herbst. Das war genau richtig für ein gemütliches Winterhaus.

Piek schleppte Blatt für Blatt zurück zur Erdmulde, die Balduin gegraben hatte. Balduin half, die Blätter ordentlich hineinzuschichten: zuerst eine Lage dicke Eichenblätter, dann Buchenblätter, dann ganz oben die weichsten Blätter vom Silbensee. Pieks kleine Pfoten zitterten ein bisschen vor Aufregung. Das Haus wurde immer weicher und runder und kuscheliger. Fippa kam auch noch einmal vorbei und brachte ein paar trockene Grashalme dazu, damit das Dach noch dichter wurde. 'Jetzt kann der Wind nicht rein', sagte Fippa zufrieden. Piek stupste Fippa sanft mit der Nase und sagte: 'Danke, Fippa. Danke, Balduin. Ich bin so froh, solche Freunde zu haben.'

Als das Blätterhaus fertig war, wurde es im Silbenwald noch stiller. Die Eule rief einmal weit oben in der Dunkelheit: 'Huuuh, gute Nacht, Piek.' Piek hob die kleine Nase und rief leise zurück: 'Gute Nacht, Eule!' Auch der Fuchs huschte lautlos am Rand des Weges vorbei, sein buschiger Schwanz wie eine rote Flamme im Lampenschein. Der Fuchs nickte Piek freundlich zu. Der Silbenwald war jetzt ganz sanft und dunkel, nur die Glühwürmchen leuchteten noch, als würden sie Piek beim Einschlafen Gesellschaft leisten. Piek gähnte. Es war ein langer, schöner, geschäftiger Abend gewesen.

Piek kroch vorsichtig in das Blätterhaus hinein. Die Blätter raschelten leise, fast wie ein Lied. Innen war es dunkel und warm und wunderbar weich. Piek rollte sich zu einer kleinen Kugel zusammen, die Stacheln nach außen, das Bäuchlein schön warm in der Mitte. Der orangefarbene Schal lag noch um Pieks Hals und wärmte ganz besonders gut. Durch die kleinen Lücken zwischen den Blättern sah Piek noch einen einzigen Glühwürmchenschein blinken, immer langsamer, immer ruhiger. Das kleine Licht tanzte sachte hin und her, als würde es auch gleich einschlafen wollen. Piek lächelte ganz klein.

Draußen schwebte der Nebel ganz leise durch den Silbenwald. Die Laternen an den Bäumen leuchteten noch, aber ihr Licht war jetzt ganz sanft und weit weg. Piek hörte nichts mehr außer dem leisen Seufzen des Windes und dem gelegentlichen Rascheln eines Blattes, das irgendwo zu Boden sank. Alles wurde ruhiger und ruhiger. Die Gedanken in Pieks Kopf wurden langsamer. Piek dachte an Fippa, an Balduin, an die Eule und den Fuchs. Wie schön es war, Freunde zu haben im Silbenwald. Wie warm das Blätterhaus war. Wie weich die Blätter unter den kleinen Pfoten lagen.

Piek atmete tief ein. Und tief aus. Einmal. Noch einmal. Die Blätter raschelten ganz leise. Der Silbenwald schlief fast. Die Glühwürmchen schliefen schon. Auch die Laternen wurden ein wenig dunkler, als würden sie die Augen zumachen. Piek war jetzt ganz warm und ganz sicher und ganz geborgen in seinem Blätterhaus. Und so schlief der kleine Igel Piek ein, tief und traumhaft schön, für die ganze lange Winternacht. Vielleicht sogar noch länger. Gut geschützt, gut geliebt, ganz still.
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