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Sneewittchen – Märchen für Kinder

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Der alte Bär aus dem Silbenwald setzt sich heute Abend unter die leuchtenden Laternen und erzählt das Märchen von Sneewittchen — sanft, tröstlich und liebevoll, genau richtig für Kinder von drei bis acht Jahren.

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Es war einmal, vor langer, langer Zeit, eine Königin, die saß am Fenster und nähte. Draußen fiel weicher Schnee, und die Welt war ganz still. Da wünschte sich die Königin ein Kind — so weiß wie Schnee, so sanft wie der Morgen. Und bald darauf kam ein kleines Mädchen zur Welt. Die Königin nannte es Sneewittchen, was so viel bedeutet wie Schneeweißchen. Das Kind hatte dunkles Haar, rosige Wangen und die freundlichsten Augen weit und breit. Alle, die Sneewittchen sahen, mussten lächeln — denn in Sneewittchens Blick war etwas, das wärmte wie eine Laterne in der Nacht.

Sneewittchen wuchs heran und wurde jeden Tag freundlicher und fröhlicher. Aber am Königshof gab es einen großen Spiegel — einen besonderen Spiegel, der immer die Wahrheit sagte. Die neue Königin, die ins Schloss gekommen war, fragte den Spiegel jeden Morgen: Wer ist die Freundlichste im ganzen Land? Lange antwortete der Spiegel: Du bist es. Doch eines Tages sagte der Spiegel: Sneewittchen, mit ihrem guten Herzen, ist noch freundlicher als du. Die Königin runzelte die Stirn. Sie mochte es nicht, wenn jemand anderes gelobt wurde. Ihr Herz war leider ein wenig eifersüchtig geworden.

Die Königin beschloss, Sneewittchen weit fortzuschicken — tief in den Wald, damit das Mädchen dort ein neues Leben finden würde. Ein Jäger brachte Sneewittchen zum Rand des Waldes. Doch als er das Kind ansah, konnte er ihr keinen Kummer bereiten. Er sagte sanft: Lauf, Sneewittchen. Dieser Wald ist gut und sicher. Ich werde der Königin sagen, du bist wohlauf. Sneewittchen nickte tapfer, obwohl ihr Herzchen klopfte. Sie trat zwischen die Bäume — und da war er: der Silbenwald. Überall hingen warme Laternen an den Ästen, Glühwürmchen tanzten durch den sanften Nebel, und die Bäume rauschten wie eine leise Umarmung.

Sneewittchen lief durch den Silbenwald und staunte über all die kleinen Lichter. Nach einer Weile entdeckte sie ein winziges Häuschen zwischen den Wurzeln eines großen Baumes. Alles daran war klein und ordentlich: sieben kleine Stühle standen am Tisch, sieben kleine Teller, sieben kleine Löffel. Sneewittchen war sehr müde von dem langen Weg. Sie legte sich auf die kleinen Betten — zuerst auf das erste, dann auf das zweite, dann auf das dritte — und schließlich kuschelte sie sich auf das siebte Bett, das war genau richtig. Die Augen wurden ihr schwer, und Sneewittchen schlief ein, während draußen die Glühwürmchen leuchteten.

Als es Abend wurde, kamen die sieben Zwerge nach Hause — sieben kleine Männer mit runden Hüten und freundlichen Gesichtern, die den ganzen Tag in den Bergen nach Steinen gesucht hatten. Sie trugen ihre Laternen, und die Glühwürmchen flogen mit ihnen mit. Als die Zwerge die Tür öffneten, sahen sie, dass jemand bei ihnen geschlafen hatte. Sie gingen leise, leise ans Bett und sahen das schlafende Mädchen. Wie friedlich und wie freundlich das Gesicht! Alle sieben Zwerge flüsterten gleichzeitig: Oh! Sie wollten Sneewittchen nicht wecken und warteten geduldig, bis der Morgen kam.

Am nächsten Morgen erzählte Sneewittchen den sieben Zwergen alles. Die Zwerge hörten aufmerksam zu und nickten mit ihren runden Hüten. Dann sagten sie: Sneewittchen, du darfst bei uns bleiben, so lange du möchtest. Du kochst, wir arbeiten — und zusammen wird es uns gut gehen. Sneewittchen war so froh, dass ihr die Augen leuchteten. Von nun an lebte Sneewittchen im Silbenwald bei den sieben Zwergen. Sie kochte warmen Brei, sang leise Lieder, und abends saßen alle zusammen am Tisch, während die Laternen schaukelten und die Glühwürmchen an den Fenstern vorbeitanzten. Es war ein ruhiges, glückliches Leben.

Doch der Spiegel am Königshof verriet der eifersüchtigen Königin, dass Sneewittchen noch immer lebte und glücklich war. Die Königin verkleidete sich als alte Händlerin und machte sich auf den langen Weg in den Silbenwald. Sie klopfte an die Tür des kleinen Häuschens und bot Sneewittchen einen schönen Kamm an. Sneewittchen steckte sich den Kamm ins Haar — doch der Kamm war verhext und ließ Sneewittchen in einen tiefen, tiefen Schlaf sinken. Es war kein gefährlicher Schlaf, nur ein sehr, sehr langer. Sneewittchen lag wie in einem ruhigen Traum, die Wangen rosig, die Hände warm.

Als die sieben Zwerge nach Hause kamen, fanden sie Sneewittchen schlafend. Sie entfernten behutsam den Kamm aus ihrem Haar — und Sneewittchen erwachte und lächelte. Die Zwerge seufzten erleichtert und sagten: Sneewittchen, lass bitte niemanden mehr herein, wenn wir fort sind. Sneewittchen versprach es. Doch die Königin — noch immer nicht zufrieden — versuchte es noch einmal. Diesmal brachte sie einen roten Apfel, der halb gut und halb verzaubert war. Als Sneewittchen hineinbiss, sank das Mädchen abermals in den tiefen Zauberschlaf. Diesmal fanden die Zwerge keinen Weg, Sneewittchen zu wecken. Traurig und liebevoll bauten sie ihr ein Bett aus weichem Moos und Glas.

Eines Tages ritt ein junger Prinz durch den Silbenwald. Die warmen Laternen führten ihn tiefer und tiefer zwischen die Bäume, bis er Sneewittchens Glasbett entdeckte. Er blieb stehen und schaute lange. Die sieben Zwerge kamen herbei und erzählten dem Prinzen alles. Der Prinz hatte ein gutes Herz und bat die Zwerge: Darf ich Sneewittchen in meinen Palast bringen, damit meine Heiler ihr helfen können? Die Zwerge überlegten lange und nickten schließlich. Als die Träger das Glasbett hoben, löste sich das verzauberte Stückchen Apfel — und Sneewittchen öffnete die Augen. Sneewittchen blinzelte, sah die Glühwürmchen und lächelte.

Sneewittchen und der Prinz wurden gute Freunde, und bald darauf feierten sie ein großes Fest. Die sieben Zwerge kamen natürlich auch — mit ihren runden Hüten und ihren kleinen Laternen. Im Silbenwald leuchteten alle Glühwürmchen auf einmal, als wollten auch sie feiern. Sneewittchen tanzte mit den Zwergen, lachte mit dem Prinzen und dachte daran, wie viel Gutes ihr begegnet war: der mutige Jäger, die freundlichen Zwerge, der warme Wald. Und wenn man heute Nacht ganz still ist und durch sein Fenster schaut, dann leuchtet vielleicht draußen ein kleines Licht — das könnte ein Glühwürmchen aus dem Silbenwald sein, das dir gute Nacht sagt.

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